Willkommen in Griechenland

Nachdem wir einen Sonnenplatz fürs Auto hinter den Dünen gefunden haben, fällt die Anstrengung so langsam von uns ab. Die kalten Nächte der Anreise sind vergessen und bei 25 °C auf der Halbinsel Chalkidiki steckt uns nur noch der fehlende Schlaf und die Unsicherheit über wildes Camping in Griechenland in den Knochen. 150€ Strafe und Schnellgericht sind zu befürchten. Witziger Weise sind es bei Razzien der Polizei oft zur Hälfte Griechen die beim wild campen erwischt werden. So verachtet kann das also in der Gesellschaft nicht sein. Die erste Nacht bringt fast elf Stunden Schlaf und die folgenden Tage einige Urlauber und ebenso Einheimmische, die bestätigen, dass wild campen an den entsprechenden Stellen toleriet wird, wenn man weit genug von allem weg ist, kein Feuer macht, keine Campingmöbel aufstellt, keinen Müll hinterlässt usw.

Als erstes besuchen wir die antiken Reste von Stageira, der Geburtsstadt von Arsitoteles. Das riesige, gut in Englisch erklärte Areal ist sogar eintrittsfrei. Zudem wird ein großer Teil der Halbinsel angenehm von Wald beschattet. In der, von meiner Schwester geschneiderten Trage, schläft Mr. Baby derweil völlig unbeeindruckt von allem Wackeln und Schwitzen beim Sightseeing ein. Von der Krone der teilweise wiederaufgebauten Stadtmauer erblicken wir traumhafte kleine Buchten mit verlassenem Sandstrand. Es sieht so aus, als könnte man sie mit dem Fahrzeug erreichen.

Gesagt getan. Es ist ein Traum! Eine erfahrbare Traumbucht für uns allein. Naja, nicht ganz. Wir teilen sie noch mit ein paar einheimischen Anglern und zwei weiteren PKW die hier übernachten. Das stört uns aber in keinster Weise und wir genießen in vollen Zügen. Selbst angeschwemmter Müll liegt kaum auf dem Sand. Damit das so bliebt tragen wir noch etwas dazu bei, indem wir weiteren Müll zu den herumstehenden Tonnen bringen. Leider bleibt die Idylle nur für einen Tag. Am folgenden Mittag kommt Regen, der sich über Nacht zum Sturm auswächst. Tags darauf verlassen wir unseren sturmgepeitschten Traumstrand und fahren zum Campingplatz Ouranoupoli. Der Dolphin Campingplatz ein paar Orte vorher ist leider noch geschlossen. Nun haben wir für 18€/Nacht WLAN und eine Waschmaschine für die Stoffwindeln. Ärgerlicherweise kostet Waschen 5€ extra pro Waschladung! Das hatte bei Nachfrage zum Check-In keiner gesagt. Nach einer Nacht Campingtrubel sind wir nun froh wieder in einsamere Ecken zu starten.

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4 Gedanken zu „Willkommen in Griechenland“

    1. Wir waren auch total begeistert. Obwohl es nur die Einstimmung werden sollte, ist es zu einem echten Highlight geworden.

  1. ich bin gespannt wann du deinen ersten Fischfang präsentierst..
    Daumen hoch für dein ökologisches Bewusstsein.
    Wenn alle Menschen so wären wie du..

    1. Ich war zwar erfolgreich, aber hab kein Foto. Es waren auch nur relativ kleine Fische. In Norwegen kann ich bestimmt mal ein gutes Foto präsentieren. Hoffe ich 🙂

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