Outdoorhose Deproc Double Zip-Off Kenora und Kentville

Leichte funktionale Backpackerhose


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Inhaltsverzeichnis

1. Erster Eindruck

2. Verarbeitung

3. Im Praxistest

4. Fazit

Erster Eindruck

Die Double Zip kommt als leichtere (460 g) Sommerhose in, für Hosen mit abtrennbaren Beinen, klassischem Design und Farbwahl daher. Durch genügend Taschen mit viel Stauraum ist sie sicherlich für mehr als den normalen Alltagsgebrauch gedacht und passt sehr gut in die Kategorie Outdoor- und Wanderhosen.

Sie wirkt beim ersten Betrachten sauber hergestellt; hat akkurate Nähte, keine losen Fäden, saubere Aufdrucke des Firmenlogos und wird sogar inklusive Gürtel geliefert.

Das Material ist angenehm auf der Haut zu tragen und schön im Schnitt.

Mit 84,95€ (Stand 11/2014) liegt die Double Zip -Off im Vergleich zu anderen Outdoormarken im unteren bis mittleren Preissegment.

Verarbeitung

Obgleich die Hose nicht zum Klettern oder ähnlichem gedacht ist, verzeiht der Stoff dennoch kleine Stürze bei leichterer Belastung oder einen unachtsamen Moment im Gelände, bei dem man unsanft eine Felsoberfläche berührt. Dabei zieht er weder Fäden, noch reibt er sich schnell ab.

Stark beanspruchte Stellen der Hose, wie Tascheneingriffe, Taschenränder, Gürtelschlaufen oder Hosenstall sind extra genäht und versprechen so mehr Haltbarkeit.

Da es sich um ein Sommermodel handelt, ist der Stoff der Hose relativ dünn und leicht, wirkt aber dennoch hochwertig und ist blickdicht.

Im Praxistest

Dabei hatten wir das Damen- als auch das Herrenmodel der Double Zip Hose in einem dreiwöchigen Backpacker Urlaub in Thailand gemeinsam mit dem NISKU Men und Lady Funktionsshirt der gleichen Marke.

In der Zeit konnten wir beides ausgiebig beim Wandern mit und ohne Gepäck, beim Sightseeing, als auch beim Reisen selbst in Flugzeugen, Booten, Bussen und Nachtzügen testen.

Was ich zuallererst als kleinen Negativpunkt erachtet habe, nämlich dass es am Berliner Flughafen bei 16°C in den Stoff ganz schön „rein gepfiffen“ hat, ist eine wahre Stärke der Hose, die ich 20 Stunden später am Flughafen in Bangkok zu schätzen lernte: genauer gesagt beim Verlassen der klimatisierten Flughafengebäude und der Kollision mit einer 32° C warmen Wand aus schwüler Tropenluft.

Hier habe ich auch gleich den nächsten Trumpf der Hose ausgespielt und die Zip Funktion zum schnellen Verkürzen der Hosenbeine genutzt. Mit jeweils zwei Reisverschlüssen pro Hosenbein ist man auch etwas flexibler und kann wahlweise auf eine kurze Hose in gewohnter Länge wechseln oder das ganze als Dreiviertelhose tragen.

Wahnsinnig praktisch ist diese Funktion vor allem deshalb, weil in Thailand (vermutlich wie in den meisten warmen Ländern der Erde) Klimaanlagen allgegenwärtig sind. Beim ständigen Wechsel zwischen kalten Taxis/Hotels/Geschäften/Zügen/Bahn-/Flughafenhallen und 30 bis 40°C feuchtwarmer Umgebungsluft auf der Straße hatten wir sowohl einen leichten Pulli sowie die abtrennbaren Hosenbeine stets im Gepäck.

Unverzichtbar war die Zip-Funktion außerdem beim Sightseeing. In vielen Tempeln und religiösen Gebäuden, die einen großen Anteil zum Charme Thailands beitragen, ist angemessene Kleidung Pflicht. Dazu gehört nicht nur das Bedecken der Schultern, sondern eben auch eine mindestens dreiviertellange Hose.

Das Abtrennen der Hosenbeine geht einfach und schnell. Dagegen ist es ein klein wenig friemelig die Hosenbeine wieder anzubringen. In Anbetracht ihrer Leichtbauweise ist dies jedoch leicht zu verzeihen. Außerdem sehe ich hier keinen Unterschied zu vergleichbaren Zip-Hosen anderer Marken. Schön wäre an dieser Stelle eventuell eine kleine (farbliche) Markierung der Teile, um schnell zu wissen welches Hosenbein an welche Seite kommt.

Hosenbeine anzippen ist friemelig, aber praktisch beim Tempelbesuch
Hosenbeine anzippen ist friemelig, aber praktisch beim Tempelbesuch

Was uns an den Hosen ebenfalls geholfen hat, war ihre vergleichsweise kurze Zeit zum Trocknen. Zum Teil war es ein hereinbrechender Monsun, aber gelegentlich auch eine Handwäsche, die die Hosen auf die Leine befördert haben. Beim Tragen war der Stoff, je nach herrschender Luftfeuchtigkeit nach ein bis drei Stunden wieder trocken und auf der Wäscheleine konnten die Hosen auch deutlich eher als Kleidungsstücke aus, z.B. Baumwolle, wieder abgenommen werden.

Weiterhin ist mir die Gestaltung und Ausführung der Hosentaschen positiv aufgefallen. Davon gibt es fünf: zwei klassische Einschubtaschen, zwei aufgesetzte, geräumige Beintaschen, eine Gesäßtasche mit Reisverschluss und eine weitere Reißverschlusstasche an der linken Beintasche. Zusammen also genügend Platz für allerlei Reisekleinigkeiten wie Taschentücher, Taschenmesser, Karte, Handy, Stift, Mütze und Kopflampe. Kleinteile und ein Notgroschen kommen ohne Verlustrisiko prima in den beiden Reißverschlusstaschen unter.

Durch die griffige Verlängerung am Zipper der Reißverschlüsse lassen sich diese gut öffnen und schließen.

Leider hatten sich nach etwa eineinhalb-wöchigem Urlaub so viele Fäden im Innenraum der Reißverschlussbeintasche gebildet, dass der Reißverschluss nicht mehr zu schließen ging. Allerdings konnte das Problem durch Abschneiden und Abbrennen der Fäden gelöst werden. Bis zum heutigen Tage ist das Ganze nicht noch einmal aufgetreten.

Auf unserem Trip gab es nur in unregelmäßigen Abständen die Möglichkeit zum Waschen. Obwohl Deproc sich zu diesem Thema in der Produktbeschreibung nicht äußert, würde ich die beiden Hosen als geruchshemmend bezeichnen. Trotz dass die Hosen mehrere Tage ohne zu waschen bei tropischer Hitze am Tag und zum Teil in der Nacht getragen worden, haben sie keinen unangenehmen Geruch verbreitet.

Der mitgelieferte Gürtel wirkt zwar zuerst einfach, ist aber funktional gehalten, leicht und simpel zu bedienen. Der Verschluss lässt sich durch Drücken auch prima einhändig öffnen. Ein kleiner Nachteil ist das Verrutschen (Herrenmodell). Nach langem Tragen der Hose, vor allem mit großen Rucksäcken, die einen breiten Hüftgurt besitzen, wandert das Gürtelschloss durch die Gürtelschlaufen, manchmal bis auf den Rücken. Auch wenn sich das leicht wieder richten lässt, nervt es etwas.

Trotzdem ist der Gürtel ein praktischer Begleiter, den ich, schon um Gewicht und Platz zu sparen, einem größeren Modell vorziehen und auch an anderen Outdoor-Hosen tragen würde.

Ebenso platzsparend waren die beiden Hosen, die dank geringem Volumen nur wenig Raum im Rucksack eingenommen haben.

Dem ersten Eindruck folgend, waren die Hosen angenehm zu tragen. Wir haben sie den ganzen Urlaub hindurch und auch darüber hinaus gern angehabt.

Als kleinen Verbesserungspunkt hätte ich mir unten an den Hosenbeinen einen verstellbaren Gummizug gewünscht um die Hose bei Regen und Matsch schnell und einfach über die Wanderstiefel hoch zu zurren. Dem guten Gesamteindruck dieses Hosenmodells steht das jedoch nicht im Wege, zumal wir sie ja auch einfach hochkrempeln oder die Beine abtrennen konnten.

Die abgetrennten Hosenbeine passen gut in die Beintaschen
Die abgetrennten Hosenbeine passen gut in die Beintaschen

Fazit

Abschließend können wir die „elastische Double Zip-Off Outdoorhose“ problemlos empfehlen. Sowohl das Damen- als auch das Herrenmodel ist leicht, durchdacht, funktional, flexibel, robust, geruchshemmend und zügig beim Trocknen. Der Stoff ist angenehm auf der Haut, elastisch und hält die Hose insgesamt luftig. Das macht sie ideal zum Wandern und Reisen bei höheren Temperaturen und in wärmeren Gefilden.

Mit lediglich kleinen Schwächen und fairem Preis-Leistungs-Verhältnis braucht sich die Hose aus dem Hause Deproc keineswegs vor den überregionalen Namensgrößen der Outdoorbranche verstecken.

Zum Abschluss vielen Dank an Deproc für die Bereitstellung der Outdoorhosen zum Test.
Unabhängig davon entspricht das Geschriebene meiner ehrlichen Meinung und ich erhalte für meine Texte keine Bezahlung.

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