Freies Trinkwasser bei Trekking- & Autoreisen

Klares Trinkwasser in norwegischen Fluss

In sechs Monaten Elternzeitreise von Griechenland bis Norwegen haben wir lediglich 3 Liter Trinkwasser gekauft. Wie es uns gelang, auf Reisen durch die Natur oder dem Leben im Auto einiges an Geld und vor allem Plastikabfall einzusparen, möchte ich in diesem Artikel erklären. Angst vor Durchfall muss dabei ebenfalls keiner haben, denn weder Susi, noch ich oder Baby Arttu hatten vom Wasser irgendwelche Beschwerden.

Übersicht

1. Grundsätzliches

2. Trinkwasser beim Trekking

3. Vanlife und Trinkwasser

4. Unser persönliches Resümee

Grundsätzliches

Zunächst ist der erste Eindruck entscheidend. Jedem ist sicher klar, dass stinkendes, öliges, trübes oder „gekipptes“ Wasser voller Algen und toter Fische an der Oberfläche sofort ausscheidet.

Schwefelwasser bei den Thermopylen
Das würde niemand freiwillig trinken. Diese stinkende Schwefelquelle in Griechenland taugt nur zum Baden.

Sobald du dir über die Wasserqualität unsicher bist, solltest du es meiden, filtern oder abkochen, je nach Informationslage. Besonders wichtig sind hierbei Infos über die Wasserherkunft, denn das lässt oft Rückschlüsse über dessen Qualität zu. Entweder suchst du auf Satellitenbildern bzw. digitalen/analogen Karten nach potenziellen Gewässerverschmutzern oder besser noch, du erkundest selbst soweit wie möglich den Gewässerverlauf. Ausgeschlossen werden müssen hier alle negativen Eintragungen von Mensch (Industrie, Landwirtschaft, Ansiedlungen) und Tier (Kot, Kadaver).

Fische unter der Wasseroberfläche eines Sees in Kroatien
Fische können ein Indiz für sauberes Wasser sein

Indikatoren für gute Wasserqualität können, neben dem Fehlen von Verschmutzern, die Anwesenheit bestimmter Pflanzen oder Tierarten sein, die für ihre hohen Ansprüche an die Umgebung bekannt sind. Wenn sie natürlich vorkommt, ist die Bachforelle eine solche Art. Sie liebt sauerstoffreiches, kühles, sauberes Wasser und ernährt sich unter anderem von Insektenlarven oder Groppen (siehe Bild), die ihrerseits Bioindikatoren für die Gewässerqualität sind. Dennoch können diese Indikatoren nur ein Indiz sein. Zum einen genügt nicht nur ein einzelnes Exemplar als Anhaltspunkt und zum anderen geben sie nicht zwingend einen Hinweis auf Krankheitserreger im Gewässer.

Groppe aus der Zschopau in Sachen
Bestimmte Fischarten sind ein besonderer Indikator für gutes Wasser, so wie diese Groppe

In allen Regionen ziehen wir fließende Gewässer den stehenden vor und bei letzteren sollte man am besten aus der Seemitte (bzw. in einiger Entfernung zum Ufer) unter der Wasseroberfläche das Trinkwasser entnehmen. Wer richtig tief in die Wildnis eintaucht, kann allerdings auch das etwas vernachlässigen.

Ausschlaggebend ist somit der Gesamteindruck aufgrund aller verfügbaren Informationen, die allerdings nur selten 100 % umfassen werden. Deshalb ist zusätzlich ein gutes Bauchgefühl wichtig. Trotz aller guten Erfahrungen halten wir auf unseren Touren immer einen Plan B bereit. Je nach Tourensituation/Transportkapazität ist das entweder ein transportabler Wasserfilter (ca. 30 €), ein Mittel zur Aufbereitung wie Chlortabletten (ca. 10 €) oder schlicht etwas Kleingeld, um im Notfall doch einen Supermarkt mit Flaschenwasser anzusteuern. Gebraucht haben wir den Plan B bisher so gut wie nie.

Als letzten Ausweg kommen noch Genießbarkeitstests in Frage, wie sie in Notsituationen auch beim Essen unbekannter Pflanzen praktiziert werden. Dabei trinkt ihr einen kleinen Schluck des zweifelhaften Wassers, wartet einige Stunden, ob es bekömmlich war, trinkt wieder etwas, wartet erneut und so weiter… Dass ihr ein solches Risiko nur bedacht eingeht, kein geschwächtes Immunsystem habt und die Reiseapotheke auf die möglichen Konsequenzen vorbereitet ist, setze ich an dieser Stelle voraus. Zudem bezweifle ich, dass dies in tropischen Gegenden eine gute Idee ist. Da ich das dort noch nie probiert habe, weiß ich das jedoch nicht. Wenn dazu jemand Erfahrungen hat, würde ich mich über ein kleines Feedback als Mail oder unten in den Kommentaren freuen.

Grüne Berglandschaft in Südnorwegen mit Schnee und See
In dieser Gegend des Folgefonna Nationalparks in Norwegen haben wir problemlos aus allen Bächen und Seen getrunken

Trinkwasser beim Trekking

Am einfachsten ist die Trinkwassersuche bei allen möglichen Trekkingvarianten, denn das findet meist abseits der Zivilisation statt. Hauptwasserverschmutzer ist nun mal der Mensch.
Meist ist es beim Wandern in ursprünglichen Gebirgsregionen (z.B. Alpen, Skanden, Balkangebirge) einfach ersichtlich, wo Bäche entspringen und Seen gespeist werden. Das ist besonders wichtig, denn Viehtränken, intensive Landwirtschaft oder menschliche Ansiedlungen oberhalb der Wasserentnahmestelle sind auch hier für mich Ausschlusskriterien. Das gilt auch dann, wenn das kühle Nass glasklar aussieht. Abkochen und/oder Filtern wäre hier besser, aber in menschenarmen Bergregionen ist es einfacher aus einem alternativen Gewässer zu trinken. Die vermeintliche Verschmutzungsquelle zu überlaufen und erst dann die Wasserreserven aufzufüllen, klappt aber genauso gut.

Bergtal zwischen Vent und Ötztal
Nicht immer ist die Erkundung des Gewässerverlaufs so einfach wie hier

Im Gegensatz zur Kulturlandschaft ist in ursprünglichen Naturgegenden in Europa die Mehrheit das verfügbaren Wassers trinkbar. Bei den langen bis unmöglichen Rettungswegen dort, solltet ihr dennoch eine gewisse Grundachtsamkeit behalten. Auch beste Gebirgsbäche können problematisch sein, wenn in der Nähe ein totes Tier im Wasser liegt. Ebenso gesundheitsgefährdend kann Grund-/Oberflächenwasser in renaturierten Industrielandschaften sein, die auf den ersten Blick wie intakte Wildnis aussehen. Untergekommen ist uns das zum Beispiel auf dem Hochland nahe Røros in Norwegen. Dort wurde in den vorigen Jahrhunderten in weiten Teilen Bergbau inklusive der umweltschädlichen Erzweiterverarbeitung betrieben. Heute stehen nur noch vereinzelt windschiefe Bretterbuden in einer scheinbar intakten Natur. Dass das Wasser hier teils giftig ist, fanden wir beim bloßen Ansehen und kurzer Internetrecherche der Røroser Geschichte trotzdem fix heraus.

Abwasser mitten in der Natur Norwegens
Giftig trotz Abgeschiedenheit- Wasser im Bergbaugebiet von Røros Norwegen

Wenn wir bei der Tourenplanung wert auf eine gute Wasserversorgung legen, dann suchen wir uns abgeschiedene Gegenden in oder nahe höherer Berge aus. Das funktioniert für Kajaktouren zwischen steilen Fjordhängen, an denen noch lange nach dem Regen das Süßwasser aus den moosigen Wäldern herausläuft ebenso wie für Wanderungen zwischen schneebedeckten Gipfeln, die stetig bestes Schmelzwasser liefern.

Trinkwassersuche beim Wintertrekking
Gewässer aufhacken erspart es, im Winter Schnee zu schmelzen

Selbst beim Wintertrekking oder auf längeren Skitouren mit Zelt ist die Wasserversorgung nicht schlechter. Lediglich die Gewinnung ist etwas schwieriger. Manchmal findet sich zwar ein Gewässer zum Aufhacken, aber meist gehört Schnee/Eis schmelzen zur täglichen Routine. Von Gaskochern würde ich dabei jedoch um so mehr abraten, je kälter es wird. Sie sind zwar wartungsärmer und sauberer als das Gemansche mit Diesel/Benzin, aber bei Flugreisen dürfen keine Gaskartuschen ins Gepäck, leere Benzinflaschen dagegen schon. Am meisten nervt mich allerdings, dass man die Kartuschen bei Kälte vorwärmen muss, damit der Gaskocher anständig anspringt. Auf Wintertouren haben wir deshalb immer den Multikocher (geht mit Benzin, Diesel, Kerosin, Gas oder Petroleum) Omnifuel I von Primus mit Ersatzteilkit dabei (hier der Link zum verbesserten Nachfolger Omnifuel II bei Amazon* und Globetrotter**). Er ist nicht nur ein altbewährter Expeditionskocher, sondern auch wir haben bei der Zuverlässigkeit nur gute Erfahrungen gemacht.
Noch ein abschließender Tipp fürs Wintertrekking: Beim Schneeschmelzen immer einen kleinen Schluck Wasser hinzugeben. Dann geht es schneller und der Schnee „brennt“ nicht an. Das meine ich tatsächlich ernst 🙂

Schnee schmelzen zur Trinkwassergewinnung
Auf Wintertouren gehört Schnee schmelzen zur täglichen Routine

Etwas schwieriger, aber dennoch machbar ist die Wassersuche in Karstregionen (z.B. viele Gegenden am Mittelmeer). Dort gibt es praktisch kein Oberflächenwasser, da dieses versickert. Zum Umgang mit dieser Problematik möchte ich ein Video des Biologen Johannes Vogel empfehlen. Bei Minute 6:60, 17:25 und 27:22 geht es jeweils um Wasser und die Suche danach im Karst:

Im Regelfall haben wir bei Trekkingtouren nur eine Trinkflasche mit einem Liter Fassungsvermögen pro Person dabei bzw. 1,5 Liter in Thermosflaschen im Winter. Mehr ist nicht nötig, weil Trinkwasser zum Auffüllen oft genug am Wegrand sprudelt.
Nur in trockenen Gegenden oder bei mehr Transportkapazität mit einem Kajak oder Fahrrad ist es sinnvoll mehr Fassungsvermögen mit sich zu schleppen.

Gletschersee in Nordnorwegen
Gletscherwasser ist meist ohne Vorbehandlung köstlich und trinkbar

Vanlife und Trinkwasser

In dicht besiedelten Regionen wie beispielsweise Deutschland gehören Pestizide aus Forst-/Landwirtschaft, Arzneimittelrückstände (selbst in geklärtem Wasser), Schwermetalle aus Industrieanlagen, Verschmutzungen der Viehhaltung und alle möglichen anderen Abwässer leider zur „Normalität“. Fast das gesamte leicht verfügbare Oberflächenwasser scheidet damit als Lebensmittel aus. Große Lebensadern wie die Elbe sind, trotz vieler Errungenschaften des Umweltschutzes, immer noch so verschmutzt, dass ihr Wasser nicht einmal mit gängigen Wasserfiltern aus dem Outdoor-/Survivalbereich trinkbar wird.

Mit dem eigenen Fahrzeug habt ihr jedoch den Vorteil, dass das Wasserreservoir größer als beim Trekking ausfallen kann und solche dicht bewohnten Durststrecken überbrückt werden können. Bei uns genügen 30 Liter etwa für sieben Tage als Trinkwasser inklusive gelegentlichem Kochen (2 Erwachsene + Kleinkind). Bei sommerlichen 40 °C am Mittelmeer verkürzt sich diese Zeit natürlich entsprechend.

Plastikmüll an griechischem Strand
Supermarktwasser verursacht viel Müll und ist auch bei Reisen mit dem Auto unnötig

Als Kompromiss zwischen verfügbarem Platz im Bulli und möglichst langer autarker Stehzeit haben sich bei uns 60 Liter Trinkwasser verteilt auf zwei Behältnisse bewährt. Das hat zudem den Vorteil, dass wir vor Reserveende auffüllen können, ohne mit dem neuen, vielleicht belasteten Wasser (man weiß ja nie) das alte genießbare zu verschmutzen. Das neue Wasser kann so in den leeren ersten Behälter hinein. Außerdem ist bei möglicher Algenbildung oder einem Verderben des Wassers immer nur die Hälfte des Vorrats betroffen. Obwohl wir keine Mittel zu Haltbarmachung (z.B. Chlor oder Silberionen) einsetzen, ist unser Vorrat an H2O noch nie verdorben. Die Behälter dunkel zu lagern genügte bisher, auch wenn tagsüber im Fahrzeug gern mal über 60°C vorkamen. Unabhängig von der Haltbarkeit kann ich jedoch aus eigener Erfahrung empfehlen, die Wasserpötte nicht oder nur isoliert unter der Liegefläche zu haben. Wenn nachts die tagsüber aufgenommene Wärme wieder abgegeben wird, wirken diese direkt unter dem Bett sonst wie große Heizkörper.

Weil sie teurer, aufwendiger im Einbau, unflexibler, schwerer zu reinigen und unpraktischer zu befüllen sind, haben wir bisher auf fest im Fahrzeug verbaute Tanks verzichtet. Am preisgünstigsten sind dagegen Weithalskanister aus lebensmittelechtem Plastik, wie von der Firma Hünersdorff (Produktlink zu Amazon* und Globetrotter**). Supergünstige Wassersäcke unter zehn Euro haben wir zwar ebenfalls schon auf Reisen ausprobiert, aber das Wasser daraus schmeckt furchtbar nach Plastik und kann unmöglich gesund sein.

Trinkwasserquelle in den Bergen Griechenlands
Mobile Kanister sind flexibler, günstiger und besser zu reinigen als fest verbaute Fahrzeugtanks

Als komplett plastikfreie Alternative haben wir auf unserer sechsmonatigen Elternzeitreise unter anderem ein Weithalsedelstahlfass mit 30 Litern Fassungsvermögen benutzt. Neben dem Fehlen von Plastik hat dies noch den Vorteil, dass es im Inneren absolut dunkel ist. Algen haben da keine Chance. Zudem ist es robuster als ein Plastikkanister. Dafür hat es den Nachteil, dass es rund ist und bei gleichem Inhalt mehr Platz benötigt.
Duschwasser haben wir, wenn überhaupt, in einem extra Behältnis, wie unserer Sea to Summit Campingdusche (siehe Amazon* oder Globetrotter**), dabei. Dadurch muss Wasser minderer Qualität, was allerdings zum Waschen oft ausreicht, nicht in die sauberen Trinkwasserbehälter.

Bei Autocamping in der Natur gilt selbstredend das gleiche wie beim Trekking. Die meisten dieser schönen Erdflecken sind jedoch mit dem Fahrzeug (zum Glück) nicht zu erreichen, weshalb Alternativen nötig sind. Dabei vergessen viele Menschen, dass das edle Nass aus dem Wasserhahn hervorragende Qualität besitzt, nicht nur in Deutschland. Eine gute Möglichkeit zum Füllen der Reserven ergibt sich damit auf Campingplätzen. Vorsicht ist hier lediglich in besonders trockenen Gegenden geboten, deren Leitungsnetz ausschließlich per Lkw/Tankschiff gespeist wird, schlechter Netzwartung oder hohem Chlorgehalt. Auskunft über die Trinkbarkeit des jeweiligen öffentlichen Wassers können euch garantiert die Einheimischen geben. Hinweise wie „Außer Supermarktwasser kann man doch in der heutigen Zeit eh nix mehr trinken!“, könnt ihr dabei aber getrost wieder zum gegenüberliegenden Ohr hinauswerfen.

Wasserspender in Delphi
Öffentliche Trinkwasserspender gehören auf dem Balkan und in Teilen der Türkei zur Normalität

Unser Hauptbezug für Trinkwasser auf dem Balkan und in fast allen Teilen des griechischen Festlands waren jedoch kleine unscheinbare Trinkwasserbrunnen. Die meisten Dörfer dort verfügen über solch einen öffentlichen Wasserspender, der sich aus Zisternen, kanalisierten Bergbächen oder Quellen speist. Aber auch hier ist es wichtig sich einen Eindruck zu verschaffen. Gammel oder Bleirohre sind ein No-Go.

Wiener Trinkwasserspender
Kostenfreies Trinkwasser in Wien

Mitunter finden sich auch in Zentraleuropa zukunftsorientierte Gemeinden mit frei zugänglichem Trinkwasser. Als Beispielhaft ist uns dabei Wien mit seiner Initiative „Trink Wasser!“ aufgefallen. An vielen hundert Brunnen gibt es kostenfreien Gänsewein. Je nach Region in Europa vereinfachen auch diverse Apps die Suche nach öffentlichen Quellen und Brunnen.

Unser persönliches Resümee

Alles in allem sind wir der Meinung, dass das Thema Trinkwasser für innereuropäische Individualreisen etwas zu engstirnig gesehen wird. Wer bereit ist, sich mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen, sich bedacht an die Problematik herantastet und ein paar Grundregeln einhält, wird an mehr Orten als gedacht gesundes reines H2O finden. Sich über viele Monate ausschließlich damit zu versorgen, ist im Normalfall kein Problem.

Ein Gebirgsbach, der von einem nahen Gipfel zur Landstraße hinabstürzt, ist meist genauso trinkbar wie unser heimisches Leitungswasser. Das Thema Trinkwasser ist nicht so problematisch wie es in vielen Berichten über Wasserfilter oder Flaschenwasser gern dargestellt wird, um deren Notwendigkeit herbeizureden.

Viel Erfolg beim Ausprobieren und scheut euch nicht nachzufragen, wenn etwas unklar geblieben ist.

Alpenbach mit Trinkwasserqualität
Trinkwasser direkt am Wanderweg in den Alpen

zurück zur Kategorie Grüne Ecke

Mit * gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links zu Amazon. Dadurch entstehen euch als Nutzer keine Kosten. Stattdessen unterstützt ihr uns und unsere Seite. Für jeden Einkauf bei Amazon, den ihr über unsere Links tätigt, bekommen wir eine kleine Provision von 1 bis 10 % (kategorieabhängig) vom verlinkten Produkt. Wir verlinken ausschließlich Produkte, die wir selbst nutzen bzw. die wir empfehlen können.

Mit ** gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links zu Globetrotter, für die oben Geschriebenes analog gilt.

2 Gedanken zu „Freies Trinkwasser bei Trekking- & Autoreisen“

  1. Hallo,

    erstmal: schöner Beitrag.
    Ich bin fast nur mit Wasserfilter unterwegs, für mich gibt’s da keinen Weg dran vorbei. Ich möchte das Risiko einfach nicht eingehen.

    Da ich aber doch viel in Deutschland noch unterwegs bin und hier und dort mich bei Bächen und Quellen bediene, würde mich interessieren welche Indikatoren für „Chemie“ und „Pestizide“ im Wasser sprechen. Gerade so Sachen wie Glyphosat im Wasser kann man ja nicht wirklich erkennen oder?

    Man findet auch als mal „Schaum“ auf Wasseroberflächen was aber wohl auch (korrigiert mich wenn ich falsch liege) von saponine in Pflanzen sein kann. Beispiel. https://www.youtube.com/watch?v=UhQCWvLGYfU

    1. Hallo Marco,
      nach meinem Kenntnisstand liegst du damit richtig und Schaum auf dem Wasser kann aus verschiedenen Gründen auch natürliche Ursprünge haben. Da ich das beim Trekking allerdings nicht wirklich herausfinden kann, würde ich derartige Gewässer trotzdem meiden.

      Ebenso meiden wir Wasser bei dem es die bloße Möglichkeit gibt, dass es chemisch belastet ist. Wie du richtig vermutet hast, ist auch das unterwegs nicht ohne weiteres feststellbar. Indikatoren sind für uns in diesem Zusammenhang Industrie jeder Art, Kulturlandschaft (egal ob intensiv genutzte Vieh-, /Land- oder Forstwirtschaft) oder menschliche Ansiedlungen im möglichen Einzugsgebiet des jeweiligen Gewässers.

      Dass du einen Wasserfilter in weiten Teilen Deutschlands als unverzichtbar betrachtest kann ich ebenfalls gut nachvollziehen. Viel unseres Oberflächenwassers hat tatsächlich keine Trinkwasserqualität und auf Nummer Sicher gehst du mit Filter definitiv. Beispielsweise werde ich auf unserer anstehenden Asienreise ebenfalls einen Filter dabei haben, weil ich mich dort noch nicht auskenne. Genauso hatte ich am Anfang in den Alpen oder Skandinavien eine Filter dabei, weil ich es nicht besser wusste. Erst mit den Jahren ist meine Sicherheit im Umgang mit dem Thema gewachsen, weil ich Manches ausprobiert und gelesen habe oder es mir von der einheimischen Bevölkerung abschauen konnte. Ich bin mir sicher, dass du bei guter Tourenvorplanung und etwas Augenmaß auch Gewässer finden wirst, denen du vertraust.

      Noch als Story am Rande:
      Bei der Pause auf einer frühen Tour, nahe einer Quelle mitten im Nirgendwo eines menschenleeren Alpenberges kam mir der Bericht über mögliche krebseregende Substanzen in meinem Wasserfilter wieder in den Sinn und ich fragte mich wovor das kleine Helferlein in diesem Fall eigentlich schützten soll, außer vor meiner eigenen Unsicherheit. Ganz davon zu schweigen, dass ich ihn unötig tagelang mit mir herumgeschleppt hatte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.