Fotofazit zu unserer Elternzeitreise

DSLR im Bach

Zweimal im Jahr ruft Michael von erkunde-die-Welt.de zu einer großen Fotoparade auf, um die besten Bilder aus den aktuellen sechs Monaten zu küren.
Diese schöne Gelegenheit für eine Fotozusammenfassung des zurückliegenden Halbjahres wollen auch wir gern nutzen. Neben der Möglichkeit die eigenen Bilder zu teilen, winkt mit etwas Glück für die drei Erstplatzierten sogar ein Gewinn.

Im vergangenen Jahr sind Susi, Baby Arttu und ich mit Bulli Balu auf unserer mehrmonatigen Elternzeitreise von Griechenland nach Norwegen gefahren. Die schönsten Bilder dieser anstrengenden, aber auch sehr eindrucksvollen Zeit auszuwählen war nicht leicht. Ich hoffe euch gefällt die Auswahl.

Die sechs Kategorien der Fotoparade #FoPaNet 2/2016

Tierisch

Gottesanbeterin
Wo bitte geht’s zum Strand?

Die Halbinsel Peloponnes im Süden des griechischen Festlandes ist nicht nur vollgestopft mit Geschichte, sondern sie ist auch ein tolles Individualreiseziel. Einsame Strände, an denen wir allein ein paar Tage mit dem T4 verbringen können, sind trotzdem nicht leicht zu finden. Diese Gottesanbeterin weist mit ihrem Fangbein exakt in Richtung Wasser. Als hätte sie darauf gewartet, uns in den Dünen den Weg zu zeigen. An den folgenden Tagen werden wir eine sehr angenehme Zeit im Schatten des Küstenwaldes an ihrem Strand verbringen.

Berühmt

Schattenriss der Festung von Akrokorinth
Bergfestung Akrokorinth

Korinth war im antiken Griechenland eine wichtige Handelsmacht, da es an der Landenge des Isthmus liegt. Am Rande der Stadt, über die selbst Goethe schrieb, erhebt sich einsam der Felskoloss der Bergfestung Akrokorinth. Die strategisch gute Lage mit Trinkwasserquellen wurde bereits in der Jungsteinzeit besiedelt und diente zur Zeit Korinths als Akropolis. Für uns bilden die alten Mauern den Abschluss der Griechenlandetappe. Obwohl 41°C am Tag und 32°C in der Nacht nur für wenige Stunden Schlaf sorgen, genießen wir den vorletzten Tag im Land der Hellenen ausgiebig. Frühstück genehmigen wir uns auf einer kleinen, abgelegenen Festung am Berg gegenüber. Danach inspizieren wir die Wehranlagen Akrokorinths und verabschieden uns damit bereits innerlich von diesem wunderbar gastfreundlichen Land.

Gewachsen

Baby im Baumzelt nahe des Rondane Nationalpark
Kein Entrinnen aus der fliegenden Spielwiese

Momente der Ruhe sind rar für frisch gebackene Eltern, egal ob daheim oder auf einer Langzeitreise. Eine dieser wichtigen Gelegenheiten zeigt das obige Bild. Die Bäume, die hier wachsen, bieten uns die Möglichkeit mit unserem Baumzelt ein 360° Panorama zu genießen. Der kleine Racker im Zeltinneren kann von der Leine, denn hier kommt er garantiert nicht raus. Ort des Fotos ist ein Wald am See Atnsjøen, nahe des Rondane Nationalparks in Norwegen.

Nachts

Felsen von Metéora bei Nacht
Metéora

Wie das heimische Elbsandsteingebirge in gigantisch: Die Felsformationen von Metéora sind eines unserer Highlights in Griechenland. Sie sind Kletterparadies, Denkmal des griechischen Widerstandes gegen Besatzer und Heim für spektakulär in die Felsen gebaute Klöster. Einziger Negativpunkt der Gegend sind die vielen Touristen aus ganz Europa. Auf gewisse Art ist das allerdings sogar positiv. Die schönsten Dinge auf der Welt gehören glücklicherweise nicht einem Menschen allein.

Gebäude

Verlassene Gebäude einer Kupfermiene in Norwegen
Westernstimmung in Norwegen – Zeugen des Kupferbergbaus

Røros sollte – nach Wille des damaligen Königs – eine Maßnahme gegen die Armut Norwegens werden. Tatsächlich wurde die Bergstadt ein Zentrum des Kupferbergbaus mit anschließender Weiterverarbeitung. Da der Weltmarktpreis die Förderung momentan unrentabel macht, sind die Gebäude des Storwartz Mienenfeldes heute verlassen. Obwohl sie uns eher an Hollywoodkulissen erinnern, zeugen sie nicht von Indianern oder Cowboys, sondern vom schweren Leben der Kumpel auf diesem Hochland. Die niedrigste hier gemessene Temperatur betrug -50,4°C.

Schönstes Foto

Nebel am Abend in Norwegens Fjorden
Idylle für Groß und Klein

Dieses Bild habe ich gewählt, weil es mir nicht nur optisch gut gefällt, sondern ich mich auch sehr gern an den festgehaltenen Moment zurückerinnere. Es ist keine Sehenswürdigkeit in der Nähe, kein Highlight passiert oder sonst irgendetwas denkwürdiges abgegangen. Es war nur ein Abend neben unserem Bulli am recht unbedeutenden Årdalsfjord in Norwegen. Stellvertretend steht dieser Abend aber für viele, die wir in den Reisemonaten mit Baby im T4 gelebt haben: Der Trubel des Tages legt sich, wir essen irgendwo in der Einsamkeit Abendbrot und sobald Arttu schläft, haben wir für ein bis zwei Stunden Zeit, um die Schönheit um uns herum zu zweit zu genießen. Das Foto steht für eine Freiheit und Zufriedenheit, die uns im anstehenden Arbeitsleben wieder verloren gehen wird.

10 Gedanken zu „Fotofazit zu unserer Elternzeitreise“

  1. Hallo ihr 3,
    Ganz lieben Dank für euren tollen Beitrag!
    Euer schönstes Foto gefällt mir ausgesprochen gut. Solche Momente festzuhalten ist einfach nur wunderschön. Tolle, emotionale Aufnahme!

    Lg Michael

    1. Hey Michael,
      vielen Dank. Das Bild reiht sich in eine ganze Menge schöner Fotos bei deiner Fotoparade ein.
      Die Aktion ist wirklich ne gute Inspiration für eigene Bilder.

      Ich freu mich schon auf die nächste Parade.

      Beste Grüße,
      Hagen

  2. Servus Hagen!

    Ein klasse Beitrag! Für mich als Norwegen-Fan (war schon 7x oben) sind natürlich die Norwegen-Bilder ganz vorne dabei. Nur zu gut kann ich diese Stille nachvollziehen, die ihr am Årdalsfjord erlebt habt. Einfach nur genial, dieses Land.

    Klasse finde ich auch das Foto mit dem Baumzelt als „Krabbelstube“ :).

    Have fun
    Horst

    1. Hallo Horst,
      ich bin nicht umhingekommen, gleich mal deinen Blog zu durchstöbern. Sehr sehr, schöne Bilder! 🙂 Auch wenn es etwas mehr Mühe benötigt die gleiche Ruhe wie in Norwegen zu finden, ist es in den Alpen dennoch gut möglich. Österreich besuche ich deshalb genauso gern wie Skandinavien.

      Danke für dein Lob,
      Hagen

      1. Servus Hagen!

        Ja, auch bei uns in Österreich kann man die Ruhe genießen, allerdings um einiges schwerer als in Norwegen. In Norwegen gibt es einige touristische Highlights (wie z.B. Trollstigen, Besseggen, Geiranger mit Dalsnibba oder den Brekestolen), wo es auch vor Leuten nur so wimmelt, aber man kann sehr viel einfacher in Ecken kommen, wo man stundenlang alleine ist.

        Das klappt bei uns nur zur entsprechenden Tageszeit und/oder Jahreszeit oder an etwas unbekannteren, schönen Flecken. Wir sind halt für viele sehr viel einfacher erreichbar als Norwegen.

        Have fun
        Horst

        1. Damit liegst du absolut richtig. Die Erreichbarkeit ist allerdings auch ein Segen. Auf einer hoffentlich tollen Skitour werde ich am kommenden Wochenende wieder davon provitieren. Ich freu mich schon auf dein Land!

          VG Hagen

  3. Euer Schönstes Foto ist genial. Aber auch das „Flugzelt“ im Baum. Cool. Da wäre ich gerne wieder Kind und würde mich drin verstecken.
    Naja, ich habe ja Flügel – vielleicht fliege ich mal rein 🙂

    DieReiseEule

    1. Auch für uns Erwachsene war es ein toller Ort. Von der Bequemlichkeit ist es einer Hängematte sehr ähnlich, nur mit viel Platz und einer super Aussicht. Rückenschmerzen wie bei Bodenzelten sind uns nach den Nächten nicht mehr untergekommen.

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