Kühl- und Gefrierbox Waeco Cool Freeze CFX 50

Robust & niedrig im Verbrauch; ideal für lange Touren


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Inhaltsverzeichnis

1. Erster Eindruck

2. Verarbeitung

3. Im Praxistest

4. Fazit

5. Technische Daten

Erster Eindruck

Vorgesehen habe ich die Box zum Einfrieren fangfrischen Fisches. Eine thermoelektrische oder Absorberkühlbox kam in Hinblick auf Leistung und Verbrauch somit nicht in Frage. Um Kaltluftverlust beim Öffnen zu vermeiden, stand die Wahl einer Box vor einem Kühlschrank sowieso fest. Der ausgewiesene Kühlbereich der CoolFreeze CFX 50 kann mit einem Heimgerät problemlos mithalten. Er ist von +10 bis -22 °C angegeben und unabhängig von der Umgebungstemperatur. Zudem verspricht Waeco bei seiner CFX-Serie sehr niedrigen Stromverbrauch bei gleichzeitig leisem Betrieb. Die Modelle der Serie gibt es in den Größen (Nutzinhalt) zu 32, 38, 46, 53 (DoubleZone) oder 60 l zu kaufen. Unsere Entscheidung fiel auf die Ausführung mit 46 l Nutzinhalt (CFX-50). Das veranschlagten wir in etwa als das nötige Volumen, um mehrwöchige Touren zu zweit, bzw. bald zu dritt, realisieren zu können. Außerdem passt dieses Modell exakt unter unsere Liegefläche im Bulli.

Beim Preis setzt Waeco 899,00 € an. Tatsächlich lässt sich das Modell CFX 50 für 725,00 € bis 1284,69 € inklusive Versand im Internet finden (Stand Oktober 2015). Trotz stattlicher Summe liegt Waeco damit zum Teil noch unter Produkten manch anderer Hersteller. Optional wird zur CFX Serie ein Funk-Display angeboten.

Verarbeitung

Bei Erhalt hatte die Box noch den leichten Geruch des frisch Produzierten an sich. Nach einmaligem feuchten Ab-/Auswischen war dieser jedoch weg.

Gefertigt ist die CFX 50 aus den beiden Thermoplasten mit den Kürzeln ABS und PP. Ersteres zeichnet sich durch Beständigkeit gegen Alterung und Witterungseinflüsse aus. Beide sind gegen Öle beständig. PP ist zudem geruchlos, hautverträglich, gegen die meisten organischen Lösungsmittel resistent, gilt als physiologisch unbedenklich und findet somit im Lebensmittelbereich Anwendung. Der robuste äußere Eindruck der Box besteht auch bei näherem Hinsehen. Die acht Ecken sind mit einem Extraschutz versehen und die Scharniere des Deckels sind aus Metall gefertigt. Mit einfachem Umsetzen der Scharniere lässt sich der Deckelanschlag drehen. Überstreckt man den Deckel beim Öffnen nach hinten, bricht er nicht ab, sondern löst sich einfach aus seinen Scharnieren. Danach kann er problemlos wieder eingeklinkt werden. Ein schöner Schutz gegen Beschädigung.

Geöffnete Abdeckung für den Scharnierwechsel
Geöffnete Abdeckung für den Scharnierwechsel

Spitze Ecken oder Kanten sind zur Senkung der Verletzungsgefahr nicht existent und durch Rundungen ersetzt. Die Gesamtoberfläche wird zwar von Plastik dominiert, aber Stöße, rabiates Abstellen und Anecken sind kein Problem. Zudem geht der reduzierte Einsatz von Metall mit Gewichtsersparnis einher. Im Vergleich zu Edelstahlkühlboxen können das durchaus mehrere Kilogramm sein. Bei Fahrzeugen oder Touren, bei denen jedes Kilo zählt ist das mit einem Eigengewicht von eh schon 20,4 kg, für die CFX 50 nicht zu vernachlässigen. Nachgewogen ist die Kühlbox mit 20,1 kg sogar noch 300 g leichter als vom Hersteller angegeben.

Stoßfeste, runde Eckverstärkung
Stoßfeste, runde Eckverstärkung

Als Außenmaße sind 725 x 471 x 455 mm angegeben, als Innenmaße des großen Faches 342 x 371 x 333 mm und fürs kleinere Fach 161 x 171 x 333 mm (jeweils Breite x Höhe x Tiefe). An der Kühlbox nachgemessen sind diese Werte exakt und ergeben einen Rauminhalt von 51,42 l. Zieht man davon noch näherungsweise den Platz ab, den der herausnehmbare Korb benötigt, erhält man sogar einen Wert leicht oberhalb des angegebenen Nutzinhaltes von 46 l. Bei 371 mm Höhe im großen Fach lassen sich dort große Getränkeflaschen aufrecht stehend lagern.

Das einzige Manko in der Verarbeitung trat nach anderthalb Wochen Benutzung auf. Am oberen Rand löste sich die dicke Displayfolie leicht ab. Zwar ist das auch in den folgenden Wochen nicht weiter vorangeschritten, aber es sieht, zumindest bei genauerem Hinsehen, unschön aus. Die Funktionsfähigkeit wurde in keiner Weise davon beeinträchtigt.

Leicht angelöste Displayfolie
Leicht angelöste Displayfolie

Im Praxistest

Genutzt haben wir die Kompressorkühlbox CFX 50 auf einer mehrwöchigen Norwegentour im August/September 2015. Meine Frau und ich waren im VW T4 den größten Teil des Urlaubs autark unterwegs. In Personalunion war die Box da auch gelegentlich ein Tisch. Der Deckel ist dazu genoppt und zum Teil rutschfest.

Leer einfach zu stemmen, war die Kühlbox voll gefüllt allein nur schwer tragbar. Zu zweit ließ sie sich dagegen bequem bewegen. Die runden Metallgriffe sind angenehm zu fassen.

Versorgt haben wir die Kühlbox über die zweite Autobatterie. Verbaut ist dafür eine 85 Ah Starterbatterie. Außer der Innenraumbeleuchtung und der Kühlbox hingen keine weiteren Verbraucher daran. Die CFX 50 Kompressorkühlbox hatte ich in der zweiten Sitzreihe an Stelle des äußerst linken Sitzes befestigt. Zwanzig Zentimeter Platz an jeder der drei Lüfteröffnungen der Box waren gegeben. Ein Kit zur Befestigung gibt es leider nur für die kleineren Modelle der CFX Serie, weshalb ich die CFX 50 mit Spanngurten verzurrt habe. Die beiden, praktischer Weise einklappbaren Tragegriffe, sind dafür auf jeden Fall stabil genug.

Alternativ könnte man zur Befestigung auch die vier im Unterboden der Box eingelassenen Metallgewinde nutzen. Davon abgesehen ist das Plastikgehäuse auch stabil genug, um Stöße von Fahrmanövern beim unangezurrten Transport wegzustecken.

Als Tisch & Kühlbox bei der Rast
Als Tisch & Kühlbox bei der Rast

Mit erreichter Temperatur ist die Kompressorkühlbox von der Lautstärke her nicht mehr wahrnehmbar. Sobald sich der Kompressor wieder zuschaltet, bleibt die Geräuschentwicklung dennoch im Rahmen. Während wir im Urlaub schliefen befand sich zwischen Box und uns nur Lattenrost und Matratze. Schlafen war da kein Problem. Ich würde die Lautstärke der Box bei laufendem Kompressor etwa mit dem Geräusch meines Beamers im Eco-Modus vergleichen.

Zur Ausstattung des Gerätes gehört unter dem Display eine USB-Buchse, um beispielsweise ein Handy zu laden. Das funktioniert auch tadellos.

Im großen Fach der Box befindet sich ein weiß beschichteter Metallkorb, der verhindert, dass Eingefrostetes an der Innenwand festfriert. Unterteilbar ist er mit einem Trenngitter. Beim Entnehmen vom Korb muss man etwas aufpassen, dass das Gitter nicht zu den Seiten des Korbes rausfällt. Das ist recht unpraktisch. Dafür passt das Trenngitter bei Nichtbenutzung exakt unter den Metallkorb im Innenfach und stört dort nicht.

Licht im Inneren wird ausreichend hell von einer LED bereitgestellt. Diese erlischt beim Schließen des Deckels automatisch.

Versorgen lässt sich die CFX 50 sowohl im Kraftfahrzeug (12/24 V DC), als auch über den heimischen Netzanschluss (100-240 V AC). Liegt über beide Anschlüsse gleichzeitig Strom an, wird der Wechselspannung des Heimnetzes der Vorrang gegeben. Um unabhängig zu sein, ist eine Versorgung über Solarpanels ebenfalls denkbar. Das Versorgungskabel für den mobilen Stromanschluss ist mit einem Adapter versehen um an zwei verschiedene Größen von Gleichstrombuchsen im Fahrzeug zu passen.

Stecker zur Versorgung im Kfz (DC) mit Adapter in rot
Stecker zur Versorgung im Kfz (DC) mit Adapter in rot

Im vierstelligen digitalen Display der Box werden alle Einstellungen für den Regelbetrieb vorgenommen: Die Temperaturauswahl ebenso wie Maßeinheit (Grad Celsius vs. Fahrenheit) und die Batteriewächterstufe. Nachdem die Zieltemperatur eingestellt ist, zeigt das Display die tatsächliche Innentemperatur aktuell an. Wird das Gerät vom Strom getrennt oder ausgeschaltet, bleiben die Einstellungen dank Memory-Funktion erhalten. Für den Fall, dass die Steuerelektronik versagt, gibt es einen Notschalter. Bei dessen Betätigung arbeitet die Box mit voller Leistung und schützt das Kühlgut so vor dem Verderben. Betriebs-/Funktionsstatus von Gerät und Kompressor wird mit Hilfe der Farben zweier LEDs signalisiert. Alles in allem ist das eine sehr einfache und benutzerfreundliche Handhabung, die auch nur eine kurze Bedienungsanleitung nötig macht.

Bereits in der Box integriert ist ein Batteriewächter, der die Autobatterie vor Tiefenentladung schützt. Im Display sind drei Stufen wählbar. LOW für Versorgerbatterien, MEDIUM und die Stufe HIGH für Starterbatterien, damit das Auto noch genügend Saft hat um anzuspringen.

Das Kühlgut (Fertigcappuccino, Käse, Quark usw.) für die zweitägige Anreise nach Skandinavien sollte bei 6 °C Kühltemperatur gelagert werden. Im Batteriewächtermodus HIGH und 20 °C Umgebungstemperatur schaltete sich die Box bereits irgendwann in der Nacht ab und erwärmte sich bis zum Vormittag auf 11 °C. Umgeschaltet in den Modus LOW des Batteriewächters sprang der Kompressor sofort wieder an. Im gleichen Modus habe ich die Box im Fortgang der Reise und auf der Rückfahrt betrieben. Hier hielt ich -18 °C für nötig um 7 kg eigenhändig gefangenen Fisch über Nacht auf Temperatur zu halten. Die Box schaltete sich nicht ab, allerdings betrug die maximale Standzeit in den Nächten auch nur zwölf Stunden. Was das Einfrieren der Fische anging war ich sehr zufrieden. Zunächst habe ich den Fang, nach Ausnehmen und Ausbluten, an Ort und Stelle in der Passivkühlbox Cool-ICE WCI-42 auf 9 kg Eis gelegt. Am Abend kamen die Fische dann in die Kompressorkühlbox zum Einfrieren. Bei der Kontrolle am Folgeabend waren alle Tiere bretthart gefroren. Bis zur Ankunft in Deutschland hat die Kühlbox keinerlei Probleme bereitet und alle Fische aus Norwegen sind ohne Unterbrechung der Kühlkette im heimischen Gefrierschrank angekommen. Eine neu eingestellte Temperatur wird mit Hilfe der Turbokühlung erreicht. Wenn das passiert ist, schaltet sich automatisch die Stromsparkühlung ein. An Abweichung (laut Display) von der eingestellten Temperatur traten bis zu 2 °C wärmer und bis zu 5 °C kälter auf. Die Differenzen waren jedoch immer nur von kurzer Dauer und nur selten in der Höhe wie gerade beschrieben. 500 ml Wasser im Messbecher benötigten knapp fünfeinhalb Stunden um durchzufrieren. Eiswürfel sind bereits nach weniger als drei Stunden fertig.

Eingefrorener Fang für die Reise nach Deutschland
Eingefrorener Fang für die Reise nach Deutschland

Zu säubern ging die Kühlbox selbst nach den unzähligen Fischen einwandfrei. Nach gründlicher Reinigung war nicht einmal der markante Fischgeruch zurückgeblieben. Die nahezu glatten Oberflächen waren einfach zu putzen. Lediglich mit Wasser füllen sollte man die Box nicht. Vorsichtig spülen oder nass abwischen ging im Test aber durchaus. Zur besseren Schmutzentfernung sind die Kanten im Innenraum rund. Am Ende des Putzens zieht man dann am Boden einfach den Stöpsel und alle Flüssigkeit läuft ab. Ebenso hilfreich ist der Ablaufstutzen beim Entfernen von Kondenswasser während des Betriebs. Um Geruchsentwicklung vorzubeugen, lagere ich die CFX 50 bei mir trocken und leicht geöffnet.

Wichtig als Gefrierbox im Expeditionsbetrieb oder auf See wäre nun noch die Funktionsfähigkeit bei Schräglage. Waeco gibt hierzu an, dass die Boxen der CFX Serie unempfindlich gegen Schräglagen sind. Laut Gebrauchsanweisung kann „die Kühlbox Dauerkrängung von 30° ausgesetzt werden“. Für den normalen Campinggebrauch ohne Offroader unterm Hintern ist das bereits unerreichbar. Selbstverständlich hatten wir daher auf keiner Straße ein Problem mit dem Kühlbetrieb während der Fahrt. Wer dennoch mehr sucht, muss eine Kühlbox mit Schwingkompressor und einer Fähigkeit zur Neigung von 60° nehmen.

Fazit

Aufgrund von niedrigem Verbrauch, hoher Beanspruchbarkeit und Leistung wäre die CoolFreeze CFX 50 erneut meine erste Wahl im anspruchsvollen Campingbereich und autarken Reisen. Obgleich sie wohl auch für den Expeditionsbetrieb tauglich ist, eignet sie sich schon wegen des hohen Preises eher nicht für den Gelegenheitsnutzer. Im direkten Preisvergleich mit anderen namhaften Herstellern dieses Segmentes steht Waeco mit der CFX 50 dennoch gut da. Einziger Wermutstropfen bleibt da eine leicht angelöste Displayfolie, die allerdings nur einen kleinen optischen Makel darstellt.

Zum Abschluss vielen Dank an Waeco für die Bereitstellung der Kühl- und Gefrierbox zum Test.
Unabhängig davon entspricht das Geschriebene meiner ehrlichen Meinung und ich erhalte für meine Texte keine Bezahlung.

Nutzung ohne Frost für Obst, Milch & Co
Nutzung ohne Frost für Obst, Milch & Co

Technische Daten laut Hersteller

(Datenblatt der aktuelleren Box von Dometic 12/2016)

Stand 25.10.2015

Nutzinhalt 46 l (8,5 l für frische Lebensmittel)
Anschlussspannung 100-240 V AC; 12/24 V DC
Temperaturbereich +10 bis -22 °C
Leistungsaufnahme 52 W
Stromverbrauch +5 °C Innentemp.: 0,38 Ah/h (+20 °C Umgebungstemp.);
0,68 Ah/h (+32 °C Umgebungstemp.
Isolierung Polyurethan (PU)- Vollausschäumung
Material Deckel: PP; Gehäuse PP + ABS
Abmessungen (BxHxT) 725 x 471 x 455 mm
Gewicht (ca.) 20,4 kg
Ausstattung automatischer Verpolungsschutz, elektronisches Thermostat, Unterspannungsschutz/ elektr. Sicherung, vollthermischer Kompressor (integrierte Steuerelektronik), 3-stufiger Batterieschutz, Memory-Funktion, Display, Korbeinsatz, abnehmbare Tragegriffe, Ablassstopfen, USB-Ladeanschluss

 

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