Klapphocker Deproc Star Seat

blauer Klapphocker mit felliger Raupe

Leichter, robuster Campingallrounder – leider etwas kippelig

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Inhaltsverzeichnis

1. Erster Eindruck

2. Verarbeitung

3. Im Praxistest

4. Fazit

Erster Eindruck

Zum Campen und Angeln auf der Elternzeitreise war ich auf der Suche nach einem Hocker, der möglichst wenig Platz einnimmt und leicht ist. Mit dem Star Seat halte ich nun das richtige Modell in den Händen. Eventuell könnte der kleine Kollege sogar in meine Jackentasche passen.

An Farben sind für das Gestänge silber bzw. rot möglich. Bei der Sitzfläche habe ich die Wahl zwischen Tarnfleckmuster, schwarz, blau und einem Grün-/Türkiston. Manche Farbvarianten sind mittlerweile schwer erhältlich. Ich habe mich für die einfach verfügbare blaue Ausführung ohne Farbe auf dem Gestell entschieden.

Im Lieferumfang enthalten ist das Gestänge, die Sitzfläche, ein Packbeutel und die Bedienungsanleitung. Erhältlich ist der Star Seat ab 24,95 € im Netz (Stand 01/2017).

Verarbeitung

Alle Teile des Hockers sind hochwertig verarbeitet. Die Metallteile haben keinen scharfen Grat, die Nähte wurden sauber gesetzt und die Alustangen sind akkurat gerade. Sämtliche Plastikstücke wurden massiv gefertigt und fest mit dem Metall verbunden. Die oberen Scharniere sind leichtgängig, die unteren drei etwas schwergängiger, was jedoch kein Problem ist.

Packmaßvergleich zw. Milchkarton und Hocker
Super Packmaß

Nachgewogen hat der Star Seat ein Gewicht von 551 Gramm (Gestänge 426 g, Sitzfläche 102 g, Hülle 17 g, Anleitung 6 g). Vorsicht ist deshalb bei manchen Drittanbietern geboten, denn dort wird der Hocker oft als leichter angepriesen.
Das Packmaß liegt knapp oberhalb von einem Liter.

Ausgefranste Naht an der Sitzfläche des Hockers
Einzige leichte Beschädigung nach 4,5 Monaten Nutzung

Einziger Schaden, der nach fünf Monaten Nutzung entstand, war eine ausgefranste Naht auf zwei Zentimetern Länge. Nicht einmal die bei Dreibeinhockern stark belasteten Alustangen haben sich irgendwie verbogen.

Im Praxistest

Da er kaum Platz einnimmt, hatten wir den Falthocker in viereinhalb Monaten Elternzeitreise durch Europa stets im Auto dabei. Beim ersten Aufbau hatte ich Mühe die Sitzfläche auf den Hocker zu spannen. Mit einem Trick aus der Anleitung geht das jedoch einfacher. Außerdem dehnt sich der Sitz mit der Zeit etwas und ist dann leicht zu montieren. Die Sitzhöhe liegt bei angenehmen 41 Zentimetern (nachgedehnte Sitzfläche). Obwohl zum Aufbau ein paar mehr Handgriffe nötig sind als bei Modellen die schlicht aufgezogen werden, geht mir der Aufbau mittlerweile in nur 15 Sekunden von der Hand.

Pilze putzen vor dem Bulli in Norwegen
Angenehme Sitzhöhe mit 41 cm

Gemäß Bedienungsanleitung sollten eindrucksvolle 110 Kilogramm die Maximalbelastung sein. Vom Stehen auf dem Stuhl rät sie ausdrücklich ab. Weil die Konstruktion meine 85 Kilogramm spielend wegsteckt, habe ich mich dann doch draufgestellt.

Auf dem Klapphocker stehen
Nicht zur Nachahmung empfohlen, aber er hält es problemlos aus

Die Stangen der Sitzfläche bogen sich dabei zwar deutlich, aber mehr Beanspruchung konnte ich nicht herauskitzeln. Sobald ich vom Hocker runter war, bog sich die Sitzfläche zurück in die Ausgangsposition.

Sehr gut gefallen mir die geriffelten, breiten Standfüße. Nicht nur, dass auf die Art kein Dreck unten in die Rohre kommt, sondern die Sitzgelegenheit verrutscht auch nicht so einfach und sinkt weniger in weiche Böden ein.

Ein Standfuß des Stear Seat
Einer der drei griffigen robusten Standfüße

Wie im Unterpunkt Bearbeitung beschrieben, sind bis dato keine relevanten Schäden entstanden. Auch die Sitzfläche zeigt keinen Abrieb. Nicht einmal die Hitzestunden in Griechenland mit bis zu 70°C im Fahrzeuginneren haben Spuren hinterlassen. Ich glaube nicht, dass der Star Seat bei vernünftigen Umgang in den nächsten Jahren eine erhebliche Beschädigung erleiden wird.

Leider hat der Hocker auch eine Schwachstelle. Zwei der Standbeine zeigen ausgeklappt nach hinten und eines nach vorn, bzw. umgekehrt. Bei Gewichtsverlagerung zur Seite mit dem einzelnen Bein, kann es schnell passieren, dass man nach links oder rechts umkippt. Am stabilsten sitzt man mit dem einzelnen Stuhlbein nach vorn gerichtet. Zwar habe ich mich daran gewöhnt, auf diese „Spezialität“ zu achten, aber im Vergleich zu einem vierbeinigen Campinghocker ist es ein klarer Abstrich.

Star Seat mit Kipprichtung, Pilzen Topf und Messer
In Richtung des Einzelbeines wird es kippelig

Fazit

Zum fairen Preis bietet Deproc hier einen Campinghocker fürs Leben. Wer auf Reisen oder bei Outdoorhobbys wenig Stauraum zur Verfügung hat, bekommt für das geringe Packmaß und Gewicht des Star Seat keine bessere Robustheit mit Komfort auf angenehmer Sitzhöhe. Selbst für eine Rucksacktour wäre er geeignet. Einziges Manko ist die Kippligkeit. Ansonsten hat er vor jedem anderen Konstruktionsmodell die Nase vorn.

Zum Abschluss vielen Dank an Deproc für die Bereitstellung des Klapphockers zum Test.
Unabhängig davon entspricht das Geschriebene meiner ehrlichen Meinung und ich erhalte für diesen Text keine Bezahlung.

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